NFC, das neue Technik-Gimmick fürs Geocaching

Was ist NFC?

Near Field Communication (zu deutsch „Nahfeldkommunikation“, Abkürzung NFC) ist ein internationaler Übertragungsstandard zum kontaktlosen Austausch von Daten per Funktechnik über kurze Strecken von wenigen Zentimetern und einer Datenübertragungsrate von maximal 424 kBit/s. Bisher kommt diese Technik vor allem in Lösungen für Micropayment – bargeldlose Zahlungen kleiner Beträge – zum Einsatz. In Deutschland wird die Technik beispielsweise von den Sparkassen, unter dem Namen girogo, zur Zahlung von Summen bis zu 20 Euro angeboten und von der Deutschen Bahn in ihrem Touch&Travel-System eingesetzt.“, Quelle: Wikipedia

Was kann man damit machen?

Auf einfache Art und Weise kann man über eine App (ich habe nur Android getestet) einen beschreibbaren Chip mit Daten, wie z. B. KOs oder Hints versehen, die dann mittels eines entsprechenden Lesegeräts (z. B. Smartphone, bei SAMSUNG ab Galaxy S III) ausgelesen werden können. Da die „Reichweite“ dieser NICHT mit eigener Batterie ausgestatteten Chips nur WENIGE ZENTIMETER beträgt, ist daher das Anlegen des Auslesegeräts DIRKET an den Chip erforderlich. Bereits eine Distanz von 6 bis 10 cm führt zu keinem Ergebnis.

Hinweise für Owner

Durch die Tatsache, dass keine Batterien oder Akkus vorhanden sind, ist die Wartung hier minimal. Stellt sicher, dass die Sucher absolut genau an den „Ablesepunkt“ geführt werden. Hier reichen alle bisher bekannten GPS-Geräte NICHT aus! Es sollte ein zusätzlicher eindeutiger Hinweis (UV-Markierung, Landmark, oder so) angebracht sein, der den Auslesepunkt auf den Zentimeter genau definiert. Ansonsten kann es wirklich frustrierend werden.

Hinweise für Sucher

Ihr müsst ein NFC-fähiges Gerät [Smartphone (aber nicht alle können das haben und, wenn erforderlich, die entsprechende(n) App(s) installiert haben. Dann reicht es, LANGSAM das Gerät über die verdächtige Stelle zu bewegen. Wenn’s richtig ist, gibt’s einen BEEP oder so, und die Information wird angezeigt. Da die Reichweite der durch Induktion gepowerten Chips nur ca. max. 4 – 6 Zentimeter beträgt, sollte auch durchaus mal das Lesegerät UNTER die gefundene Stelle gehalten werden (z. B.: Brückengeländer).

Allgemeines

Ich beschäftige mich erst seit ein paar Wochen mit dieser Technik. Freundlicherweise habe ich von der Firma ID-LABEL GMBH kostenfrei 50 frei programmierbare und bedruckbare Chip-Etiketten zum Testen zur Verfügung gestellt bekommen.

Produktvarianten

Es gibt diese Chips in unglaublich vielen Varianten und eigenen Ideen sind kaum Grenzen gesetzt.

  • Coins, die aussehen wie Geldstücke oder „Einkaufswagen-Chips“
  • Selbstklebe-Etiketten, ca. 35 x 20 mm; Stärke ca. 0,5 mm
  • und (fast) jede gewünschte Sonderform, bedruckt oder nicht.
  • Alles, was man selbst per „Einschweißen“ eines Aufkleber-Chips herstellen kann.

APPs

Hilfreich fand ich die folgenden Apps für Android:

  • „TagWriter“
  • „Tagstand Writer“
    jeweils über das Google-Portal kostenlos herunterzuladen und zu installieren.
    Mit ersterem kann man auch die auf einem Chip gespeicherten Daten permanent sichern, das heißt: Die einmal geschriebenen Daten können weder versehentlich noch absichtlich im Nachhinein verändert werden (Für Owner sehr wichtig!)

Technische Daten

Meine Tests wurden mit mehreren Chips der Firma ID-LABEL GMBH durchgeführt.
Typ: NXP NTAG203
Kapazität: 144 Bytes
Datenerhalt im Chip: 5 Jahre
Obermaterial (Abdeckfolie): PP, weiß
Kleber: Acrylat-Kleber
Abdeckpapier (Liner): Silikonpapier
Dicke ohne Abdeckpapier: 210 ym
Arbeitstemperatur: -10 bis +70°C

Testbericht

Diese Chip-Aufkleber wurden auf einer Rolle geliefert. Diese passen NICHT in normale Drucker. Insofern stimmt die Aussage „bedruckbar“ schon, aber eben nicht mit Standarddruckern zu Hause. Andere Präsentationen (z. B. als DIN A 4-Blatt) zum Bedrucken lagen mir nicht vor.

Die Oberfläche ist mit normalem wasserfesten Edding gut und dauerhaft beschreibbar.
Über den Chip-Aufkleber geklebte DYMOS gehen eine innige Verbindung mit diesem ein und lassen sich nicht mehr ablösen. Gut als zusätzlicher Schutz gegen Witterungseinflüsse. Das Beschreiben der Chips mit der App „TagWriter“ von NXP (auf Google Playstore) funktioniert mit dem SAMSUNG S III problemlos. Auch das Löschen und Wiederbeschreiben läuft perfekt.

Die „Soft Protect“-Funktion (vorübergehendes Sperren gegen Löschen oder Wiederbeschreiben) funktionierte beim getesteten Chip-Aufkleber-Typ leider NICHT. Das endgültige Sperren (Permanent Protect) hat jedoch geklappt.

Die getesteten Chip-Aufkleber sind für die Anbringung auf metallischen Oberflächen eher nicht geeignet. Hier wird die von Smartphones zum Auslesen bereitgestellte geringe Energie anscheinend größtenteils vom Metall absorbiert, so dass der Chip nicht aktiviert wird.
Getestet habe ich das mit Eisen, Stahl und Aluminium. Kunststoffe, Holz, Glas, etc. (also NICHT leitende Materialien stören bis zu einer Dicke von ca. 12 mm hingegen nicht. Dies kann, je nach Auslesegerät, variieren. Es hängt wohl von der jeweils vom Auslesegerät zur Verfügung gestellten Feldstärke ab. Generell gilt: Je dichter dran, desto besser.

Tips und Tricks

  • Chip-Aufkleber zwischen dünne (bedruckte) Pappe oder Papier laminieren oder einschweißen.
  • Genaue Location des Chips mit UV-Stift oder sonstwie (z. B. Buchstabe auf einem Schild oder „linkes Auge des Nagetiers“, oder so) klar definieren.
  • Mit Gewebeband hinter einem Plastikschild befestigen.
  • Unbedingt im Listing deutlich vermerken, dass ein NFC-fähiges Lesegerät oder eine entsprechende App benötigt wird. Das erspart Frust beim Sucher und negative Logs.

Diese Liste wird laufend erweitert.

Fazit

Eine vielversprechende Technologie, die sicherlich bald häufiger beim Cachen anzutreffen sein wird. Eine schöne Erweiterung der Versteckmöglichkeiten für KOs und Hints, die, im Gegensatz zu QR-Codes, nicht direkt optisch per Kamera-Objektiv erreichbar angebracht sein muss.

Cheers & Good Hunting

Burkhard & Tina
aka
Vannamei

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