Ausflug nach Sa Dragonera, Mallorca

Sa Dragonera heißt eine Mallorca vorgelagerte Insel. Zu deutsch bedeutet es so viel wie „die Dracheninsel“. Der Canal des Freu trennt Sa Dragonera von Mallorca, er mündet beidseitig in das Mittelmeer. Die kleine Insel ist im äußersten Westen von Mallorca gelegen.

Sa Dragonera vor Mallorca

Sa Dragonera vor Mallorca

Blick auf Sa Dragonera vom T5-Cache „Rope experiences N° 7 - Vermell -II-“ (GC2ZZEP) aus. Aufnahme aus eigenem Archiv, Dezember 2012.

Die schmalste Stelle zwischen den schroffen Küstenstreifen von Sa Dragonera und Mallorca ist nur 785 Meter breit. Das ist eine Distanz, die ich doch locker schwimmen kann!? Ein Anlanden zu Fuß scheint hier aufgrund der landschaftlichen Beschaffenheit recht unpraktikabel. Die bessere Schwimmstrecke geht vom Ort Sant Elm auf Mallorca aus. An Land gehen könnte ich im Hafengebiet von Sa Dragonera, zentral gelegen und Mallorca zugewandt. Die Luftlinie beträgt rund 40 Schwimmbadbahnen, also zwei Kilometer. Machbar? Na klar! ;-) Aber wohl auch zu gefährlich ohne die Strömungen zu kennen.

Fährüberfahrt von Sant Elm nach Sa Dragonera

So kommt mir der Fährhafen in Sant Elm ganz gelegen. Mehrfach täglich schippert ein dem Untergang geweihtes Bötchen nach Sa Dragonera hinüber. Einige Male bereits wollte ich zur die Insel, doch immer wieder musste ich den Ausflug vertagen, denn die Fähre ist nur in den touristenreicheren Monaten von April bis Oktober in Betrieb. Ausnahmsweise fällt der diesmalige Urlaub nicht in die Weihnachts- und Silversterzeit, jetzt ist es Anfang Mai 2014. Es ist schwülwarm, der Himmel ist teilweise bedeckt und es weht eine frische Brise. Eine Hand voll Touris warten am Kai, ich reihe mich ein. Beim Einsteigen erhalte ich ein Ticket, bezahlt werden soll auf der Rückfahrt. Auf Sa Dragonera zurückbleiben und dort Campen ist leider nicht erlaubt und möglich. Über das Ticketsystems werden die Touris gezählt.

Fähre von Sant Elm nach Sa Dragonera

Fähre von Sant Elm nach Sa Dragonera

Die kleine Fähre „Margarita“ legt im Hafen von Sant Elm an.

Die Überfahrt ist sehr abenteuerlustig oder gar todesmutig?! Die Wellen sind meterhoch und das drei Meter breite Schiff (Boot!) schaukelt ordentlich. In so manchem Moment gehen ich von einem Kentern aus. Wäre schwimmen jetzt wirklich so viel gefährlicher gewesen?? :-P Getreu der Redewendung „Eine Seefahrt, die ist lustig – eine Seefahrt, die ist schön!“ wird mir die Überfahrt eindrucksvoll in Erinnerung bleiben. Schwimmen sollte man auf alle Fälle können. :-)

Wandern zum höchsten Gipfel von Sa Dragonera

Mein Ziel auf Sa Dragonera steht fest: eine gemütliche Wanderung im genussvollen Sprint zum höchsten Gipfel – die Erhebung vom Na Pòpia mit 353 Metern über dem Meeresspiegel. Mehrere Gedenken reizen mit an diesem Vorhaben:

Zum einen habe ich Sa Dragonera bei etlichen malloquinischen Bergwanderungen von verschiedenen Wegpunkten aus gesehen und nun reizt mit die „andere Perspektive“. Ich erwarte von der Insel aus eine besondere Aussicht auf das „Festland“ von Mallorca. Zum anderen liegt am Gipfel ein Lost Place mit einem Tradi von interessanter D/T-Wertung – da kann eine Wanderung hierher nicht verkehrt sein! :-P

Die Insel ist von Menschen unbewohnt. Heute liegt sie inmitten eines Naturschutzgebietes. Besondere Rücksicht gilt freilich der Tierwelt; die Wege dürfen dementsprechend nicht verlassen werden. Ein einziger Wanderpfad führt zum Gipfel.

Arglistige Möwe

Arglistige Möwe

Intelligente Möven kreisen über Sa Dragonera und verteidigen ihr Revier. Wir Menschen sind hier nur zu Gast!

Gut gewachsene Möwen stehen links sowie rechts auf den Felsvorsprüngen und beäugen mich aufmerksam. Zwingend geht man durch das Territorium der Vögel und das bekommt man schnell zu spüren: die Möwen kreisen über mir, im Sturzflug fliegen sie auf mich zu und rasen mit hoher Geschwindigkeit einen knappen Meter über mich hinweg, kurz danach drehen sie ab. Die Turbulenzen sind deutlich zu hören, beeindruckend ist auch deren Spannweite. Zufall oder Intelligenz? Die Möwen kamen durchweg von hinten. Und das lerne ich daraus: Möven sind hinterhältig!

Lost Place: der Leuchtturm am Gipfel von Sa Dragonera

Oben am Gipfel von Sa Dragonera angekommen finde ich einen feinen Lost Place vor. Ich muss leicht klettern, um an die besten Stellen des Geländes zu gelangen. Von hier aus genieße ich einen grandioses Rundumblick!

Lost Place: der Leuchttum von Sa Dragonera

Lost Place: der Leuchttum von Sa Dragonera

Der Leuchtturm von Sa Dragonera ist vom Gipfel aus photographiert. Im Hintergrund ist der Ort Sant Elm zu erkennen.

Auf der zum Meer hingewandten Seite kann man die 300 Meter hohe felsige Steilküste sehen. Trockenes Gestrüpp bedeckt der Hang in Richtung Mallorca – ein Traum für die Tierwelt. Sant Elm ist in Gänze zu sehen sowie die winzigen Felsen, die in der Meerenge aus dem Wasser luken.

Inschrift  über dem Türsturz „Año MDCCCLI“

Inschrift über dem Türsturz „Año MDCCCLI“

Über dem Eingang des Leuchtturms von Sa Dragonera sieht man die Reste des Baujahrs 1851.

Der Cache „Dragonera TOP -Faro de na Pòpia-“ (GC224R8) im Lost Place eines ehemaligen Leuchtturms ist gut findbar. Eine Taschenlampe ist hilfreich, während man noch vom Tageslicht geblendet ist. Wenn man etwas wartet, kann man sich aber auch gut in der dunkleren Umgebung zurechtfinden. Ein Smartphone mit LED-Licht ist ebenso eine super Lösung. Das Gewicht der Taschenlampen-ECGA kann man sich bei dieser Wanderung sparen – wie immer gilt bei Wanderungen: jedes Gramm zählt. Es lohnt sich außerdem um das Gebäude herumzustrolchen und in die Räumlichkeiten hineinzublicken. Den andauernden Verfall des Sandsteins im Gemäuer kann man hier bestens beobachten. Ein Selfie davor darf natürlich nicht fehlen.

Mauereidechsen soweit das Auge reicht

Bereits auf dem Hinweg ist mir aufgefallen: ich mache einen Schritt nach vorne und drei Eidechsen huschen vom Weg seitlich ins Gebüsch. Und das geht den ganz Weg so, bis zum Gipfel! Es sind unglaublich viele Eidechsen! Und das ist auch eine, wenn nicht sogar DIE, Besonderheit von Sa Dragonera. Über die vergangenen Jahrhunderte eroberten diverse Nationen Mallorca und Sa Dragonera. In der Folge wurden verschiedene Tiere eingeschleppt und angesiedelt. Die Schlange reduzierte die Echsenpopulation auf der Hauptinsel. Auf Sa Dragonera gibt es diesen natürlichen Feind nicht. Daher ist die Population der Echsen auf der Insel unfassbar hoch. Im aus zwei Räumen bestehenden Minimusesum am Hafen von Sa Dragona kann man sich weitere Informationen zu den „Wall lizards“ (deutsch: Mauereidechsen) einholen.

Mauereidechse auf Sa Dragonera

Mauereidechse auf Sa Dragonera

Die Schuppenhaut der gut 25 Zentimeter langen Eidechse schimmert bunt im Sonnenlicht.

Die Mauereidechsen sind furchtbar scheu, so könnte man meinen… Ich habe einen Versuch gestartet: was passiert, wenn ich mich sechs Minuten lang auf einen Fels in der Sonne setze, auf dem eben noch mehrere Eidechesen saßen? Klar, zunächst verschwinden sie im Gestrüpp. Nach einiger Suche kann sie dort erspähen, ebenso wie sie mich.

Deren Neugier ist wahrsinnig groß. Schritt für Schritt tapsen sie immer näher. Mit dem Photoapparat halte ich drauf und versuche sie scharf zu stellen – nicht leicht bei einer einfachen Kamera ohne manuellen Fokus. Das Klicken und Fokussieren der Linse wird von den Eidechsen wahrgenommen. Sie kommen weiter näher und stupsen an das Objektiv. Nur zwei Fingerbreiten entfernt sind sie nun. Ein paar Momente später traut sich die eine Mauereidechse noch mehr: jetzt tappst sie sogar auf meinem Arm! „So cute!!“ :-)

Neugierig?

Neugierig?

Bei jedem Scharfstellen des Kameraobjektivs tapst die Mauereidechse näher. Voll niedlich!!

Fazit zum Ausflug nach Sa Dragonera

Die kleine Insel vor der westlichen Küste von Mallorca ist auf jeden Fall einen Ausflug wert. Das Hinschwimmen sollte man sich allerdings gut überlegen: allein schon die tausendfachen Quallen im Zielhafen haben mich im Nachhin abgeschreckt und hätten ein an Land kommen gar verhindert, abgesehen von der Strömung in der Meerenge… Die Fähre beispielsweise von Sant Elm aus ist eine gute und erschwingliche Alternative. Für die Tour einschließlich entspannter Wanderungen sollte man einen ganzen Urlaubstag einplanen.

Auf der Insel selbst ist der Weg zum Gipfel eine gute Wahl. Ein GPS-Gerät ist zum Wohlfühlen immer eine feine Sache, jedoch ist es auf Sa Dragonera nicht erforderlich. Die Insel ist touristisch erschlossen: man folgt einfach dem auf den Infotafeln grün markierten Weg nach „Far Well“. Offiziell sind für Hin- und Rückweg drei Stunden veranschlagt. In sportlichem Schritt (wer mich kennt… *grins*) kann die Strecke hin und zurück (ohne Aufenthalt) in jeweils 35 bis 40 Minuten schaffen; joggen 30 Minuten? Einschließlich der Photographien, der Suche des Caches am Gipfel und einer ausgiebigen Salami-Pause war ich 2:40 Stunden unterwegs.

Sowohl die Aussicht am Gipfel wie auch der Lost Place ist sehenswert. Wer die Tierphotographie liebt oder sich einfach in der Natur wohlfühlt, ist hier genau richtig. Die Mauereidechsen bieten reichlich Ablichtungspotential. Mit einer Spiegelreflexkamera bzw. manuellen Fokussiermöglichkeiten wird man hier deutlich mehr Freude haben als mit einer einfachen Kamera. Sobald ich also eine DSLR besitze, werde ich wieder herkommen, mit dem Boot! :-)

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